Jorge Mario Bergoglio ist Papst Franziskus

Am 13. März 2013 ist der bisherige Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, im Konklave zum 266. Papst und damit zum 265. Nachfolger des Apostels Petrus gewählt worden. Er nimmt den Namen Franziskus an.

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© KNA
Papst Franziskus am 4. Oktober 2013 in Assisi.

Mit der Annahme der Wahl ist der neugewählte Papst rechtmäßig als Pontifex im Amt. In der von Papst Johannes Paul II. erlassenen Apostolischen Konstitution „Universi Dominici Gregis“ heißt es: „Mit der Annahme ist der Gewählte, der die Bischofsweihe bereits empfangen hat, unmittelbar Bischof der Kirche von Rom, wahrer Papst und Haupt des Bischofskollegiums; derselbe erhält sogleich die volle und höchste Gewalt über die Universalkirche und kann sie unverzüglich ausüben.“

Am 19. März 2013 wurde Franziskus mit der Feier der Eucharistie in sein Amt eingeführt.

Titel des Papstes

Der Papst trägt traditionell mehrere Titel, die sich im Laufe der Geschichte entwickelt haben. Dazu gehören:

Bischof von Rom
Stellvertreter Jesu Christi
Nachfolger des Apostelfürsten
Oberhaupt der universalen Kirche
Primas von Italien
Erzbischof und Metropolit der Kirchenprovinz Rom
Souverän des Staates der Vatikanstadt
Diener der Diener Gottes

 

Wappenschild und Wahlspruch

Erklärung zum Wappen von Papst Franziskus

Papst Franziskus hat entschieden, seinen früheren Wappenschild, den er anlässlich seiner Bischofsweihe ausgewählt hat und der von linearer Einfachheit gekennzeichnet ist, in seinen wesentlichen Merkmalen unverändert beizubehalten. Den blauen Schild überragen dieselben Symbole der Papstwürde, wie sie auch Papst Benedikt XVI. gewollt hatte (die Mitra zwischen gekreuzten goldenen und silbernen Schlüsseln, die von einer roten Kordel zusammengehalten werden).

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Biographie

1936
Am 17. Dezember geboren in Buenos Aires als Sohn italienischer Einwanderer

1958
Eintritt in den Jesuitenorden am
11. März.

1958–1970
Studium der Geisteswissenschaften und Philosophie (Abschluss 1960) sowie Theologie (Abschluss 1970) in Chile und an der Theologischen Fakultät des Colegio Máximo San José in San Miguel. Parallel Lehrtätigkeit für die Fächer Literatur und Psychologie am Kolleg von Santa Fe (19641965) sowie seit 1966 am Kolleg von Buenos Aires.

1969
Am 13. Dezember Empfang der Priesterweihe

1970–1971
Aufenthalt in Alcalá de Henares (Spanien), am 22. April 1973 Ewige Profess

Ab 1972
Arbeit als Novizenmeister und Theologiedozent an der Hochschule von San Miguel

1973–1979
Provinzial der argentinischen Provinz des Jesuitenordens

1980–1986
Rektor der Theologischen Fakultät von San Miguel. Im März 1986 Studienaufenthalt in Deutschland

1986–1992
Priester an der Jesuitenkirche von Cordoba (Argentinien)

1992
Am 20. Mai Ernennung zum Weihbischof in Buenos Aires und Titularbischof von Auca durch Papst Johannes Paul II.

Am 27. Juni Empfang der Bischofsweihe. Als Leitsatz für sein Bischofsamt wählt Bergoglio ein Wort aus dem Matthäusevangelium: „Durch Erbarmen auserwählt“.

1997
Am 3. Juni Ernennung zum Erzbischof-Koadjutor von Buenos Aires

1998
Am 28. Februar Ernennung zum Erzbischof von Buenos Aires nach dem Tod von Kardinal Antonio Quarracino. Gleichzeitig wird Erzbischof Bergoglio Ordinarius für die Gläubigen der orientalischen Riten in Argentinien, denen es nicht möglich ist, ihre Gemeinschaft aufzusuchen.

2001
Am 21. Februar Ernennung zum Kardinalpriester mit der Titelkirche San Roberto Bellarmino. Kardinal Bergoglio wird Mitglied der Kongregation für den Gottesdienst, den Päpstlichen Rat für die Familie und die Päpstliche Kommission für Lateinamerika. 

2005–2011
Vorsitzender der Argentinischen Bischofskonferenz

2013

Am 13. März Wahl zum Papst.

Am 19. März Amtseinführung.

Am 29. Juni Veröffentlichung der Enzyklika Lumen fidei. Die erste Enzyklika von Papst Franziskus erscheint im Jahr des Glaubens. In diesem Lehrschreiben äußert sich der Heilige Vater erstmals in umfassender theologischer Weise und gibt gleichzeitig Impulse für ein Leben aus dem Glauben heraus.

Am 8. Juli besucht Papst Franziskus die italienische Insel Lampedusa und lenkt den Blick der Welt auf die Probleme der Flüchtlinge, die aus Afrika kommen.

2014
In einem öffentlichen Konsistorium am 22. Februar im Vatikan nimmt Papst Franziskus 19 neue Kardinäle in das Kardinalskollegium auf. Unter diesen Kardinälen ist auch der langjährige Bischof von Regensburg und inzwischen emeritierte Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Erzbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller. Von 2002 bis 2012 war Erzbischof Müller Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz.

Am 27. April spricht Papst Franziskus seine Vorgänger Papst Johannes Paul II. und Papst Johannes XXIII. auf dem Petersplatz in Rom heilig.

Papst Franziskus lädt zu einer Außerordentlichen Bischofssynode ein. Diese dritte Außerordentliche Generalversammlung der Bischofssynode findet vom 5. bis 19. Oktober 2014 im Vatikan statt. Sie steht unter dem Thema: „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung". Fortgesetzt werden diese Beratungen vom 4. bis 25. Oktober 2015 mit der XIV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode unter dem Thema „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“.

2015
In seinem zweiten Konsistorium erhebt Papst Franziskus am 14. Februar 2015 weitere 20 Kardinäle, darunter den ehemaligen Kuriendiplomaten Erzbischof Karl Josef Rauber (Bistum Mainz).

Papst Franziskus kündigt am 13. März 2015 ein Außerordentliches Heiliges Jahr an. Das „Jubiläum der Barmherzigkeit“ beginnt am 8. Dezember 2015 und dauert bis zum 20. November 2016. Die Eröffnung des Heiligen Jahres erfolgt am 50. Jahrestag des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils. Es ist damit zugleich eine Einladung, das mit dem Konzil begonnene Werk fortzuführen.

In seiner Botschaft bei der Heiligen Messe am 12. April 2015 zum Gedenken an das armenische Martyrium vor 100 Jahren und zur Ernennung des heiligen Gregor von Narek zum Kirchenlehrer zitiert Papst Franziskus u. a. seinen Vorgänger Papst Johannes Paul II. und spricht von „dem ersten Genozid des 20. Jahrhunderts“, der das armenischer Volk getroffen habe.

Papst Franziskus hat im dritten Jahr seines Pontifikats die Enzyklika zum Themenkomplex „Umwelt und Soziales“ veröffentlicht. Sie trägt den Titel Laudato siʼ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus (Rom, 24. Mai 2015) und wurde am 18. Juni 2015 im Vatikan vorgestellt.

Die katholische Kirche feiert ab 2015 gemeinsam mit den orthodoxen Christen einen Gebetstag zur Bewahrung der Schöpfung. In einem am 10. August 2015 vom Vatikan veröffentlichten Schreiben legt Papst Franziskus als Datum den 1. September fest, an dem die Orthodoxen bereits seit 1989 für den Schutz der Natur beten. Papst Franziskus folgt damit einer Anregung des Ökumenischen Patriarchats.

Vom 4. bis 25. Oktober 2015 findet die XIV. Generalversammlung der Bischofssynode in Rom unter dem Leitwort: „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ statt.

2016
Am 8. April 2016 veröffentlicht der Vatikan das Nachsynodale Schreiben Amoris laetitia – Über die Liebe in der Familie von Papst Franziskus zu den Familiensynoden 2014 und 2015.

6. Mai Verleihung des Karlspreises
Der Aachener Karlspreis wird an Papst Franziskus aufgrund besonderer Verdienste um „Frieden, Verständigung und Barmherzigkeit“ in Europa verliehen. In seiner Rede mahnt der Papst zu mehr europäischer Solidarität und Gemeinschaft.

Am 4. September 2016 spricht Papst Franziskus die Missionarin und Ordensgründerin Mutter Teresa von Kalkutta (Anjezë Gonxha Bojaxhiu) heilig.

Papst Franziskus erhebt am 19. November 2016 im dritten Konsistorium seiner Amtszeit weitere 17 Kardinäle aus 15 Ländern, darunter den Erzbischof von Mecheln-Brüssel, Jozef De Kesel, sowie Madrids Erzbischof Carlos Osoro Sierra.

Am 21. November veröffentlicht der Vatikan das Apostolische Schreiben Misericordia et misera von Papst Franziskus zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit.

2017
In seinem vierten Konsistorium erhebt Papst Franziskus am 28. Juni 2017 fünf weitere Kardinäle. Unter den neuen Kardinälen ist der Stockholmer Bischof Anders Arborelius sowie Weihbischof Gregorio Rosa Chávez (San Salvador).



Wichtige Veröffentlichungen

Enzyklika „Lumen fidei – Über den Glauben“
veröffentlicht am 5. Juli 2013, unterzeichnet am 29. Juni 2013 (Hochfest Peter und Paul)

Apostolisches Schreiben „Evangelii gaudium – Über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute“
veröffentlicht am 26. November 2013, unterzeichnet am 24. November 2013 (Christkönigsfest)


Enzyklika „Laudato siʼ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“
veröffentlicht am 18. Juni 2015, unterzeichnet am 24. Mai 2015

Nachsynodales Schreiben „Amoris laetitia – Über die Liebe in der Familie“
veröffentlicht am 8. April 2016, unterzeichnet am 19. März 2016


Apostolisches Schreiben „Misericordia et misera“ zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit
veröffentlicht am 21. November 2016, unterzeichnet am 20. November 2016